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Leichtöl

Leichtöl

Der Begriff "Leichtöl" beschreibt je nach Land unterschiedliche Mineralöle mit niedriger Viskosität. Gängige Namen sind zum Beispiel "Heating Oil", "Fuel Oil", "Kerosene", "Heizöl EL" oder "Gasóleo". Leichtöl ist ein Gemisch verschiedener Rohöl-Fraktionen und eng mit Dieselkraftstoff oder Kerosin verwandt. Zusammen mit schwerem Heizöl ist es der wichtigste flüssige Brennstoff für industrielle Anwendungen. Leichtöl verfügt über eine relativ hohe Energiedichte und lässt sich einfach lagern und transportieren. Weil es in drucklosem Zustand flüssig vorliegt, kann dieser Transport per Schiff, Bahn oder LKW kostengünstig erfolgen. Prinzipiell ist eine Versorgung an jedem Ort der Welt möglich, so dass Leichtöl sowohl die freie Wahl des Versorgers als auch eine kostengünstige Feuerung erlaubt, wenn kein Gas zur Verfügung steht.

Die saubere Verbrennung mit großem Regelbereich und das niedrige Emissionsniveau sind weitere Vorteile von Leichtöl. Darüber hinaus muss dieser Brennstoff im Gegensatz zu Schweröl nicht vorgewärmt werden und bietet (als schwefelarme Variante) die Möglichkeit, Brennwerttechnik einzusetzen – hier lässt sich die Effizienz der Wärmeerzeugung deutlich steigern, während sich die Emissionswerte verringern. Die für Leichtöl erforderliche Tankanlage ist Nach- und Vorteil gleichermaßen: einerseits erfordert sie zum Teil erhebliche Investitionen, andererseits ermöglicht gerade diese Speicher-Möglichkeit eine große Unabhängigkeit von den Schwankungen im Wärmemarkt.

In Deutschland ist Leichtöl als Heizöl Extra Leicht (HEL) im Handel und nach DIN 51603-1 genormt.

Heizöl Extra Leicht (HEL)

Heizöl Extra Leicht ist ein Gemisch verschiedener Kohlenwasserstoffverbindungen mit einer kinematischen Viskosität von weniger als 6 mm²/s bei 20 °C. Es ist eng mit anderen leichten Erdöl-Destillaten wie Kerosin oder Dieselkraftstoff verwandt und besitzt einen Heizwert von 42,7 MJ/kg. HEL ist leichter als Wasser und besitzt eine spezifische Dichte von ca. 0,86 kg/l bei 15 °C.

Je nach Charge siedet HEL bei Temperaturen zwischen 170 - 390 °C und besitzt einen Flammpunkt von > 55 °C. Die Zündgrenze liegt im Bereich zwischen 0,6 und 6,5 Vol.-%.

HEL ist ein wassergefährdender Stoff der Klasse 2, so dass bei seiner Lagerung und Verwendung eine Reihe von Vorschriften eingehalten werden müssen. Im Gegensatz zu Dieselkraftstoff existieren keine saisonabhängigen Mischungen für den Betrieb und die Lagerung bei tiefen Temperaturen; vielmehr wird für HEL in der DIN 51603-1 ein Temperaturgrenzwert von -10 °C angegeben, bei dem der Brennstoff (in Abhängigkeit vom Trübungspunkt) noch filtrierbar sein muss.

Neben dem standardisierten Öl bieten viele Hersteller auch "Premium"-Varianten an. Diese Brennstoffe verfügen über Additive, die beispielsweise die Schmierfähigkeit verbessern, Rußbildung verhindern oder den typischen Heizölgeruch überdecken. Der Schwefelgehalt in HEL wurde in den letzten Jahren gesenkt und muss laut DIN 51603-1 seit 2008 unter 0,1 % liegen.

HEL lässt sich bei optimal eingestellter Feuerung sehr sauber verbrennen und benötigt ca. 11 m³ Luft für 1 kg Brennstoff bei stöchiometrischer Verbrennung. Dabei entstehen überwiegend Kohlendioxid und Wasser, der Taupunkt des feuchten Rauchgases liegt in diesem Fall je nach Schwefelgehalt bei ca. 120 °C.

Heizöl Extra Leicht schwefelarm (HEL schwefelarm)

HEL schwefelarm ist ebenfalls in der DIN 51603-1 genormt und unterscheidet sich von der Standard-Variante im Wesentlichen nur durch seinen geringeren Schwefelgehalt von maximal 50 mg/kg (0,005 %). Wegen des geringeren Schwefelgehalts liegt auch der Abgastaupunkt deutlich niedriger – er beträgt rund 60 °C. Wegen der prinzipiell niedrigeren Schmierfähigkeit muss die Feuerungsanlage für diesen Brennstoff geeignet sein, ermöglicht dann aber den Einsatz von Brennwert-Technik.