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Vergasung fester Abfälle

Lahti Energia Oy, Lahti (Finnland)

Neuartige Technologie spart fossile Brennstoffe

Lahti Energia ist ein vielseitiges Energieversorgungsunternehmen, das Energie erzeugt und Produkte rund um die Energieversorgung anbietet. Das Übertragungsnetz des Unternehmens erstreckt sich auf den Großraum Lahti und dessen Nachbargemeinden. Die wichtigsten Produkte von Lahti Energia sind Strom und Fernwärme. Weitere Informationen unter: www.lahtienergia.fi.

Metso liefert eine Abfallvergasungsanlage für Lahti Energia Oy an den Standort Lahti (Finnland). Zum Lieferumfang von Metso gehören Abfallvergasungsprozess, Gaskessel und Rauchgasreinigungsanlage mit ihren Nebenanlagen sowie das Automatisierungssystem für das gesamte Kraftwerk. Die Vergasungsanlage steht für eine neuartige Technologie, die es Lahti Energia ermöglicht, aufbereitete Abfälle mit hohem Wirkungsgrad in Energie umzuwandeln und so den Verbrauch an fossilen Brennstoffen in der Stadt Lahti deutlich zu senken.

SSBG und SSB-LCG: maximale Feuerungsleistung auch unter ungünstigen Bedingungen

SAACKEs Lieferumfang für das Vergasungsprojekt Lahti umfasst vier Einheiten der Brennerkombination SSBG 200 – LCG 1500 für niederkalorisches Gas und Erdgas, inklusive Erdgasarmaturen und Kühlluftgebläsen. Beide Vergasungsgas-Anlagen sind mit zwei Brennern mit einer Leistung von jeweils 40 MW ausgestattet. Der Heizwert des Vergasungsgases liegt bei 4,6- 5,8 MJ/Nm3, die maximale Vergasungsgas-Menge pro Brenner bei 25.000 Nm3/h. Damit beträgt je nach Qualität des Brennstoffs die maximale Feuerungsleistung selbst unter ungünstigsten Bedingungen mindestens 32 MW. Im Vergleich zu herkömmlicher Technik wurden die Emissionen um bis zu 2/3 reduziert.

Der Kundenvorteil

Abfallvergasung ist eine neue, innovative Technologie, mit der aufbereitete Abfälle effizient und umweltfreundlich zur Energieerzeugung genutzt werden können. „Unser Kraftwerksprojekt ist von internationaler Bedeutung. Wir haben eine vollkommen neuartige, umweltfreundliche Technologie aufgebaut. Unsere neue Anlage wird den Gesamtwirkungsgrad der im Großraum Lahti verfügbaren Energieerzeugung erhöht und eine ausreichende Versorgung mit Strom und insbesondere auch mit Wärme für den wachsenden Bedarf in dieser Region sicherstellen“, erklärt Janne Savelainen, Geschäftsführer von Lahti Energia.

Die Lieferung der Brenner erfolgte Ende Februar 2011, und mit dem Aufbau der Brenner sollte unmittelbar nach ihrer Ankunft in Lahti begonnen werden. Zu dieser Jahreszeit können in Finnland ziemlich schwierige Wetterverhältnisse herrschen, so auch in diesem Jahr mit einem sehr kalten Winter, in dem in Lahti die Temperaturen über mehrere Wochen weit unter null lagen (zwischen – 20 und - 30 ºC). Diese tiefen Temperaturen müssen auch beim Vortrocknen der Ausmauerungen der LCG-Kammern vor der Lieferung berücksichtigt werden.

Die Inbetriebnahme der Anlage wird im Herbst 2011 stattfinden, und die Aufnahme des kommerziellen Betriebs ist für das erste Quartal 2012 geplant.

Das Verfahren im Detail

In dem neuen Kraftwerk wird es zwei Vergasungsanlagen geben, die zusammen 50 MW Strom und 90 MW Fernwärme erzeugen werden. Der Jahres-Abfallverbrauch der Vergasungslage wird am Betriebspunkt bei schätzungsweise 215.000 t/Jahr liegen und maximal bei etwa 250.000 Tonnen. Der Abfall besteht aus einer Mischung, die sich aus RDF-Brennstoffen („Refuse Derived Fuel“ – Brennstoff aus Abfall) aus Haushalten, Gewerbe- und Industriebetrieben und REF-Brennstoffen („Recycled Fuel“ – aufbereiteter Brennstoff) zusammensetzt.

Der Abfall wird im Vergaser bei geringem Überdruck und bei einer Temperatur von etwa 900 ºC in ein brennbares Gas umgewandelt. Nach dem Verlassen des Vergasers wird das Gas auf 400-450 ºC abgekühlt und gereinigt und dann in einem Gaskessel mit hohem Wirkungsgrad verbrannt, um Dampf für eine Dampfturbine zu erzeugen.

Aufgrund der für Müllverbrennungsanlagen geltenden Emissionsanforderungen waren die NOx-Emissionen einer der entscheidenden Punkte bei diesem Projekt. Um auch bei einem Vergasungsgas dieser Art mit relativ hohem NH3-Gehalt (0,21 Vol.%) innerhalb der zulässigen Werte zu bleiben, wurde für die Brenner eine Bauweise mit zusätzlicher Luftstufung gewählt.

Quelle: Pressemitteilung von Metso, Pressemitteilung von Lahti Energia